Ein Genogramm zu erstellen klingt komplizierter, als es ist – und einfacher, als es dann tatsächlich wird, sobald man anfängt, die richtigen Fragen zu stellen. Diese Anleitung führt Sie in sechs Schritten zum fertigen Genogramm nach McGoldrick und Gerson, ob auf Papier oder digital.
Kurz erklärt: Was ist ein Genogramm?
Ein Genogramm ist eine erweiterte Darstellung des Familienstammbaums, die über Namen und Daten hinausgeht – es bildet Beziehungsqualitäten, wiederkehrende Muster und bedeutsame Lebensereignisse über mindestens drei Generationen ab. Kurz gesagt: Es zeigt nicht nur den Stammbaum, sondern auch das Klima, in dem er wächst.
Eingesetzt werden Genogramme in der systemischen Therapie, Familientherapie, Sozialen Arbeit, Supervision und Ausbildung. Die standardisierten Symbole nach McGoldrick und Gerson sorgen dafür, dass ein Genogramm aus Hamburg auch in Wien verstanden wird – was man von manchen Familien nicht behaupten kann.
Vorbereitung: Was brauchen Sie?
Bevor Sie mit der Erstellung beginnen, sollten Sie folgende Informationen zusammentragen:
- Familiendaten: Namen, Geburtsdaten, Berufe und ggf. Todesdaten über mindestens drei Generationen (Großeltern, Eltern, eigene Generation)
- Beziehungsinformationen: Partnerschaften (verheiratet, getrennt, geschieden), Kinder, und die emotionale Qualität wichtiger Beziehungen (eng, distanziert, konflikthaft)
- Besondere Ereignisse: Erkrankungen, Todesfälle, Umzüge, Adoptionen, Trennungen oder andere bedeutsame Lebensereignisse
In 6 Schritten zum fertigen Genogramm
Folgen Sie diesen sechs Schritten, um Ihr erstes Genogramm zu erstellen:
Häufige Fehler beim Genogramm-Erstellen
- Zu wenig Generationen: Ein Genogramm mit nur zwei Generationen zeigt keine transgenerationalen Muster. Mindestens drei Generationen abbilden.
- Keine Beziehungsqualitäten: Nur Namen und Daten einzutragen reicht nicht. Die emotionalen Beziehungslinien sind das Herzstück des Genogramms.
- Uneinheitliche Symbole: Verwenden Sie konsequent die Standardsymbole nach McGoldrick und Gerson. Eigene Erfindungen führen zu Missverständnissen.
- Zu überladen: Nicht jede Information muss ins Genogramm. Konzentrieren Sie sich auf die relevanten Aspekte für Ihre aktuelle Fragestellung.
Tipps für bessere Genogramme
Mit diesen Praxistipps gelingen Ihre Genogramme noch besser:
- Übersichtlichkeit: Lassen Sie genügend Platz zwischen den Symbolen. Ein übersichtliches Genogramm ist aussagekräftiger als ein überladenes.
- Schrittweise ergänzen: Sie müssen nicht alles auf einmal erfassen. Ergänzen Sie das Genogramm über mehrere Sitzungen.
- Verschiedene Perspektiven: Lassen Sie verschiedene Familienmitglieder das gleiche Genogramm erstellen – die Unterschiede sind therapeutisch wertvoll.
- Regelmäßig aktualisieren: Ein Genogramm ist kein statisches Dokument. Aktualisieren Sie es bei neuen Erkenntnissen oder Veränderungen.
Digital oder auf Papier?
Genogramme lassen sich sowohl auf Papier als auch digital erstellen. Für die therapeutische Praxis bietet eine Software wie GenoEasy den Vorteil, dass Änderungen jederzeit möglich sind, die Symbole automatisch standardkonform erscheinen und sensible Klient:innen-Daten verschlüsselt gespeichert werden – Dinge, die bei Papier-Genogrammen bestenfalls schwierig und schlimmstenfalls unmöglich sind.
Mit GenoEasy erstellen Sie Ihr erstes Genogramm in wenigen Minuten – per Drag & Drop, mit automatischem Layout und professionellem PDF-Export. Der Einstieg ist kostenlos, die Lernkurve flach, und Ihr erstes Genogramm wird vermutlich das Ihrer eigenen Familie sein. So fangen die meisten an.
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