Ein Genogramm ist wahrscheinlich das datenschutzrechtlich sensibelste Dokument, das in einer therapeutischen Praxis entsteht: Gesundheitsinformationen, Beziehungsmuster, Suchterkrankungen, psychische Diagnosen – und das nicht nur über eine Person, sondern über ganze Familien, oft über drei oder mehr Generationen. Wer Genogramme erstellt, trägt eine Verantwortung, die weit über die einzelne Klient:in hinausgeht.
Warum Genogramm-Daten besonders schützenswert sind
Ein Genogramm enthält Daten über das gesamte Familiensystem – Gesundheitsdaten, psychische Erkrankungen, Suchtproblematiken und Beziehungskonflikte, detailliert dokumentiert über mehrere Generationen. Und hier liegt das besondere Problem: Diese Daten betreffen häufig auch Personen, die nie in der Praxis gesessen haben, nie zugestimmt haben und möglicherweise nicht einmal wissen, dass ihre Familiengeschichte irgendwo dokumentiert ist.
Die DSGVO stuft Gesundheitsdaten als „besondere Kategorien personenbezogener Daten" ein (Art. 9) – ihre Verarbeitung ist grundsätzlich verboten, es sei denn, es liegt eine der genannten Ausnahmen vor. Für die therapeutische Praxis bedeutet das: Die rechtliche Grundlage existiert, aber sie ist schmal, und wer darauf steht, sollte wissen, wo die Ränder sind.
Die größten Datenschutz-Risiken bei Genogrammen
In der Praxis lauern zahlreiche Datenschutz-Fallen bei der Arbeit mit Genogrammen:
- Cloud-Speicherung: Viele Genogramm-Tools speichern Daten in der Cloud. Damit verlassen sensible Klient:innen-Daten Ihre Kontrolle - häufig auf Server außerhalb der EU.
- Unverschlüsselte Dateien: Genogramme als Bilddateien oder unverschlüsselte Dokumente auf dem Rechner sind bei Diebstahl oder unbefugtem Zugriff sofort lesbar.
- Gemeinsam genutzte Geräte: In Praxen mit mehreren Therapeut:innen können Genogramme versehentlich von Unbefugten eingesehen werden.
- Fehlende Einwilligung: Im Genogramm werden Daten von Familienmitgliedern dokumentiert, die selbst nie eingewilligt haben - ein rechtliches Minenfeld.
Cloud vs. Offline: Was ist sicherer?
Cloud-basierte Genogramm-Tools sind aus Datenschutzsicht problematisch. Sie erfordern aufwändige Auftragsverarbeitungsverträge (AVV), Serverstandort-Prüfungen und technische Sicherheitsmaßnahmen, die für Einzelpraxen kaum leistbar sind. Die Risiken im Detail:
- Serverstandort: Bei US-Cloud-Anbietern können Behörden nach dem CLOUD Act auf Daten zugreifen - unabhängig vom physischen Serverstandort.
- Datenpannen: Cloud-Dienste sind regelmäßig Ziel von Hackerangriffen. Eine Datenpanne bei Gesundheitsdaten hat schwerwiegende Folgen.
- Abhängigkeit: Stellt der Cloud-Anbieter seinen Dienst ein, sind Ihre Genogramm-Daten möglicherweise verloren.
- AVV-Pflicht: Für jeden Cloud-Dienst, der Klient:innen-Daten verarbeitet, benötigen Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO.
Die sichere Alternative: Offline-Software mit Verschlüsselung
Offline-Software wie GenoEasy bietet den höchsten Datenschutz: Alle Daten bleiben auf Ihrem lokalen Rechner. Es werden keine Daten ins Internet übertragen, kein Cloud-Konto benötigt und keine Verbindung hergestellt. Die AES-256-Verschlüsselung schützt Ihre Genogramm-Dateien zusätzlich vor unbefugtem Zugriff.
AES-256-GCM ist der gleiche Verschlüsselungsstandard, den Banken und Militär verwenden. Selbst bei physischem Diebstahl des Computers sind die verschlüsselten Genogramm-Dateien ohne das Passwort nicht lesbar.
Praktische Checkliste: DSGVO-konformes Arbeiten mit Genogrammen
Nutzen Sie diese Checkliste, um Ihren Umgang mit Genogramm-Daten DSGVO-konform zu gestalten:
- Einwilligung der Klient:in zur Genogramm-Erstellung dokumentiert
- Hinweis gegeben, dass Daten von Familienmitgliedern erfasst werden
- Genogramm-Software arbeitet offline (keine Cloud-Übertragung)
- Dateien sind verschlüsselt gespeichert (AES-256 oder vergleichbar)
- Zugangsschutz zum Computer (Passwort, Bildschirmsperre)
- Löschkonzept vorhanden (Aufbewahrungsfristen definiert)
Fazit: Datenschutz ist kein Hindernis, sondern Qualitätsmerkmal
DSGVO-konformes Arbeiten mit Genogrammen ist kein bürokratischer Aufwand, sondern ein Qualitätsmerkmal – und letztlich eine Frage des Respekts. Klient:innen vertrauen Ihnen ihre intimsten Familiengeschichten an. Dieses Vertrauen verdient den bestmöglichen Schutz, nicht nur den gesetzlich vorgeschriebenen.
GenoEasy wurde von Anfang an für diesen Anspruch konzipiert: komplett offline, AES-256-Verschlüsselung, keine Cloud, keine Registrierung, keine Daten, die Ihre Praxis verlassen. Damit Sie sich auf das konzentrieren können, wofür Klient:innen zu Ihnen kommen – die therapeutische Arbeit, nicht die Technik dahinter.
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